Wrack

Alien Teil 5

 

Ein Roman von Andreas Blome

Casy atmete heftiger als er die Anhöhe emporstieg. Der Atmosphärenanzug behinderte ihn, alleine durch sein Eigengewicht, ganz schön. Dazu kam dann noch die Messausrüstung. Oben auf der Anhöhe angekommen holte Casy erstenmal tief Luft aus den Sauerstofftanks.

#Wie sieht es aus?#

Ken stand immer noch unten am Hang und wartete, das Casy ihn sichern konnte.

#Trüb, windig und trostlos. Idealer Urlaubsort.#

Casy drehte sich um und sicherte seinen Partner durch ein Seil das sie verband.

#Ok. Du kannst hochkommen.#

Schnaufend stieg Ken schritt für Schritt den Hang empor. Oben angekommen musste auch er erstenmal wieder zu Atem kommen. Minuten später sahen sie sich um.

#Trostlos.#

#Und diesen Planeten will Alphatron wirklich Terraformen? Lohnt sich das überhaupt?#

#Den Geologen nach finden sich hier diverse mengen an seltenen Erzen, Schwermetallen usw. Für nichts und wieder nichts investiert Alphatron keine Milliardenbeträge.#

Casy und Ken sahen nur graue Steine auf grauen Grund vor einem grauen Hintergrund. Die Sonne war zu weit entfernt um ausreichende Helligkeit zu bieten. Zudem herrschten ständige Staubstürme die auch das letzte bisschen Sonnenlicht absorbierten. Sie befanden sich jetzt den dritten Tag auf diesem Planeten der als 12ter von 17 Planeten das Zentralgestirn umkreiste.

Gefunden hatte dieses System ein automatisch arbeitendes Scoutschiff. Dieses Schiff befand sich noch immer in einer Umlaufbahn um diesen Planeten. Als die Forschungsgruppe, der Ken und Casy angehörten, hier eintrafen waren die Geologen gerade mit ihren Untersuchungen fertig geworden. Das Scoutschiff hätte sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon weit im interstellaren Raum befinden müssen. Auf der Suche nach weiteren Planeten. Aber durch irgendeinen Defekt war es immer noch hier.

Eine Gruppe von Techniker befanden sich nun an Bord des Scoutschiffes und versuchten den Defekt zu finden. Bisher ohne Erfolg.

#Hey, was ist das dort vorne?#

Casy deutete mit der Hand in die entsprechende Richtung. Ein Gebilde das nicht zu dem Aussehen der Planetenoberfläche passte schimmerte durch den Staubvorhang.

#Sieht aus wie Finger.#

Ein großer dicker Finger hob sich schräg von der Oberfläche in den grauen Himmel hinein. Kaum hatten Casy und Ken einen Blick darauf geworfen als der Staub wieder die Aussicht verhinderte.

#Sehen wir es uns an?#

#Da unsere automatischen Geräte es aufgezeichnet haben müssen wir wohl.#

#Ja stimmt. Hatte ich vergessen.#

Jeder von ihnen dachte nun an den längs toten Angestellten der einmal auf einen Planeten etwas gesehen, sich aber nicht darum gekümmert hatte. Die automatischen Aufzeichnungsgeräte hatten es registriert und die Kontrolle hatte ihn sich später beiseite genommen. Er war kurz darauf hin versetzt worden. Wochen später war er gestorben. Seitdem riskierte niemand etwas ähnliches. Außerdem gab es Prämien für jede interessante Entdeckung die Alphatron gebrauchen konnte.

Casy ging wieder voraus. Ken folgte ihm dicht auf. Sie folgten einem kleinen Felsgang. Staubwolken bliesen ihnen von hinten vorbei. Casy bog zuerst um die Biegung und blieb stehen.

#Das gibt es doch nicht.#

#Was siehst Du?#

#Das musst Du dir selbst ansehen. Wahnsinn.#

Ken bog nun ebenfalls um die Biegung und blieb staunend stehen. Vor ihnen erhob sich ein Wrack. Es war eindeutig ein Wrack. Das Schiff musste schon vor längerer Zeit hier gelandet sein. Es war teilweise durch die ständigen Staub- und Sandstürme zerstört worden. Aber alles in allem war es noch gut erhalten.

#Das ist kein menschliches Raumschiff.#

#Ein Alien-Schiff. Whow. Das gibt eine saftige Prämie.#

#Sehen wir es uns an?#

#Um nichts in der Welt lasse ich mir das entgehen.# 

*

Gordon, Koordinator des Schiffes, ließ sich die Computerzeichnung noch einmal zeigen.

#Sie müssen hoch entwickelt gewesen sein.#

#Ja. Die Maschinen, jedenfalls das was wir für die Maschinen des Schiffes halten, sind so kompliziert das unsere Techniker vor einem Rätsel stehen.#

#Funktionieren sie noch?#

#Keine Ahnung. Die Wissenschaftler werden sich damit wohl noch Jahre beschäftigen können, falls Alphatron den Fund öffentlich macht. Und das ist nicht mal sicher.#

Gordon lehnte sich zurück und schloss die Datei wieder. Das fremde Schiffswrack musste erstenmal zurückstehen. Die Probleme mit dem Scoutschiff waren größer als sie ursprünglich vermutet hatten.

#Was machen wir mit Casy und Ken?#

Gordon zwang seine Gedanken auf das Problem. Beide waren von Geburt an Angestellte von Alphatron. Keiner von beiden hatte sich je eine Verfehlung angedeihen lassen.

#Sie bekommen eine die Prämie. Und damit sie nicht plaudern werden sie zum Außendienst verdonnert. Natürlich mit höheren Einkommen. Machen sie es ihnen so schmackhaft wie möglich. Die Alternative wäre ein bedauerlicher Unfall.#

#In Ordnung Sir.#

Gordons Adjutant verschwand wieder aus dem Steuerraum. Casy und Ken würden das Angebot annehmen. Sie wussten um die Alternative. Vor allem Casy. Das Problem war gelöst. Blieb nur noch das Scoutschiff. Er ließ sich mit dem Techniker John verbinden.

#Wie sieht's aus bei euch?#

#Sehr gut. Wir haben den Defekt gefunden, Sir. Das Scoutschiff hat bei seiner Landung zu viel Staub geschluckt. Die Düsen wurden beim Start nur teilweise freigeblasen. Es hätte nicht viel gefehlt und das Schiff wäre noch nicht einmal in die Umlaufbahn gekommen.#

#Wie lange brauchen Sie?#

#Einen Tag, Sir.#

#In Ordnung.#

Zufrieden seufzte Gordon auf. Wieder ein Problem weniger. Wenn das Scoutschiff erstenmal gestartete war konnten die Techniker die drei Terraformmeiler auf der Planetenoberfläche absetzen und starten. Im Augenblick befanden sie sich etwa fünfhundert Meter hinter im auf dem Rücken des Schiffes das sie hergebracht hatte. Diese Meiler kosteten ein Vermögen. Wehe ihm wenn auch nur einer versagte.

Aber das war noch nie vorgekommen. Die Standorte der Meiler waren auch schon bestimmt worden. Einer von ihnen würde ganz in der Nähe des Raumschiffswracks installiert werden. Einige Minuten lang überlegte Gordon, ob es nicht besser sei das fremde Wrack einfach mittels einer Nuklearbombe zu sprengen. Aber er sagte sich, das Alphatron vielleicht etwas damit anfangen konnte. Sollte Jamamoti doch darüber entscheiden.

*

Einen Tag später startete das Scoutschiff aus der Umlaufbahn. Gordon verfolgte mit dem Techniker John den Start aus dem Steuerraum heraus. Zuerst zündeten die kleinen Lagetriebwerke und wenig später das große Haupttriebwerk. Das Scoutschiff nahm seinen Suche nach neuen Planeten wieder auf.

#Wie sah es Bord des Scoutschiffes denn aus?#

#Eng. Sehr eng. Das Schiff hat übrigens doch eine Besatzung. Kakerlaken und Ratten. Und davon eine ganze Menge.#

#Können sie das Schiff beschädigen.#

#Sie meinen durchgenagte Kabelleitungen usw.? Nein. Völlig ausgeschlossen. Die sind gut verborgen. Da kamen selbst wir kaum ran.#

Inzwischen war das Scoutschiff nur noch auf dem Radar zu erkennen. Als John gerade den Steuerraum verlassen wollte gab es einen ultrahellen Blitz im All.

#Oh, nein. Das Scoutschiff ist explodiert.#

ENDE

Geschrieben von Andreas Blome