| Alphatron
Alien Teil 3
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Ein Roman von Andreas Blome |
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Morrison saß festgeschnallt in seinem Sitz und beobachtete den Eintritt in den Erdorbit. Es war ein schönes Gefühl zurückzukehren. Vor allem wenn er die größten Chancen hatte, sich als Millionär niederzulassen. Er warf einen Blick auf seine Tasche die zwischen seinen Füßen am Boden lag. Normalerweise enthielt sie Reiseutensilien, wie Wäsche usw. Diesmal jedoch war in der Tasche nur ein Behälter verborgen. Eine Mitteilung auf dem Monitor verlangte seine Aufmerksamkeit. <Transfer genehmigt.> Morrison atmete auf. Also hatte der Konzernmitarbeiter in der Einfuhrkontrolle seinen Einfluss geltend gemacht. Für ihn bedeutete es, das zwar die Fähre untersucht werden würde, sein persönliches Gepäck aber nicht. Der Inhalt des Behälters würde also unerkannt die Konzernlabors erreichen. Wenig später wurde ihm vom Kommandanten mitgeteilt das die Fähre angedockt hatte. Morrison machte sich auf den Weg. #Setzen sie sich Morrison.# Begrüßte ihn Jamamoti, der Konzernchef von Alphatron. #Sie haben ausgezeichnete Arbeit geleistet.# #Es war einfacher als ich ursprünglich gedacht hatte.# Antwortete Morrison geschmeichelt. #Niemand weiß etwas über den Inhalt des Behälters.# #Sehr gut, Morrison. Sie haben sich ihren Bonus verdient. Außerdem haben wir für sie eine Aufgabenstellung die sie vielleicht interessieren wird.# Morrison wurde durch seinen Bonus sosehr eingelullt, das er den letzten Satz kaum richtig registrierte. Für kurze Zeit wurde er nervös. Seine zukünftige Lebensplanung sah eigentlich einen Ruhestand vor und keine neue Aufgabe. #Was für eine Aufgabe?# Entschlüpfte ihm die verhängnisvolle Frage. #Es freut mich das sie sich weiterhin für Alphatron entschieden haben.# Nagelte Jamamoti ihn sofort fest. Morrison konnte das kalte Lächeln auf Jamamoti's Gesicht fast sehen, obwohl der Konzernchef völlig Mienenlos auf der anderen Seite des Schreibtisches saß. #Ihre neue Aufgabe wird die Leitung der Forschungsabteilung werden, das die fremde Lebensform untersuchen wird. Wir wollen alles von ihr erfahren. Sie verstehen, Morrison?# Und ob er verstand. Es gab für ihn keinen Ruhestand. Er wusste einfach zu viel. Alphatron konnte es sich nicht leisten einen Mitarbeiter gehen zu lassen. Vor allem nicht mit seinem Wissen. Die Alternative wäre ein schmerzloser Tod gewesen. Jeder Konzern hatte da so seine Möglichkeiten. Auch wenn sie illegal waren. Nachdem er Jamamoti's Büro verlassen hatte ging er wie Betäubt durch die Gänge des Konzerngebäudes. Als er seine Wohneinheit erreicht hatte legte er sich auf sein Bett und schloss die Augen. Zum ersten mal zweifelte er an der Konzernpolitik. Sein Bonus! Schnell war er am Terminal und fragte seinen Kreditstand ab. Morrison,
Peter Der Bonus war drauf. Erleichtert sank er aufs Bett zurück. Wenigstens darin war er nicht betrogen worden. Nur seinen Ruhestand hatte er nicht bekommen. Und wenn er ehrlich war, war er ihm auch nicht versprochen worden. Es hatte nur Andeutungen gegeben denen er geglaubt hatte. * #Guten Morgen allerseits.# Begrüßte Morrison am nächsten Morgen seine Mitarbeiter. #Ich bin der neue Forschungsleiter dieser Abteilung. Mein Name ist Morrison.# Nachdem sich alle vorgestellt hatten sah er sich in seinem neuen Arbeitsbereich um. Die ganze Forschungsabteilung die ihm jetzt Unterstand war hermetisch von allen anderen Räumen dieses Gebäudes abgeschirmt worden. Hier herrschte Sicherheitsstufe 1. Bewaffnete Posten standen an jeder Tür oder patrollierten durch die Verbindungsgänge. Jeder der ohne ID-Karte angetroffen wurde konnte im Ernstfall ohne Warnung erschossen werden. Morrison billigte es. Das Forschungsobjekt verlangte die strengsten Sicherheitsmaßnahmen. Von seinem Büro aus schaltete er sich, mittels des Monitor - Überwachungssystem, nacheinander durch alle Räume. Alle Büros waren unbesetzt. Die Experimentalkammer war noch leer während es in der Nahrungskammer nur so quiekte. Morrison zählte 17 Schweine. Im Hauptlabor herrschte im Augenblick ein dichtes Gedränge. Dort lief gerade eine Scannertastung seines Behälters ab. Er schaltete ab und ging zum Hauptlabor hinüber. Der Behälter den er zur Erde gebracht hatte beherbergte ein Alien im Vorstadium. Es ähnelte einer irdischen Königskrabbe, nur das es viel größer war. Und es lebte noch. Allerdings konnte es aus dem Behälter nicht entweichen. Alles was sich im inneren des Behälters befand unterlag einem Stasisfeld. Die Königskrabbe war sozusagen auf Eis gelegt. Aber nicht mehr lange. #Wir beginnen jetzt mit der Aussetzung.# Dabei nickte der leitende Biologe Morrison zu. Ein Mitarbeiter öffnete durch einen Computerbefehl die Verbindungstür zur sogenannten Nahrungskammer. Mittels eines Schockstrahlers wurde eines der Schweine in die Experimentalkammer dirigiert. Wild quiekend rannte es hinüber. Hinter ihm wurden die Stahlplatten wieder abgesenkt. #Wie dick ist die Stahlwandung?# Fragte Morrison angespannt. #30 Zentimeter gehärteter Stahl.# Morrison atmete auf. Da konnte selbst ein ausgewachsenes Alien nicht durchbrechen. Nachdem die Experimentalkammer wieder gesichert war, trug der Biologe den Behälter in die Einführschleuse. Dann wurde der Behälter geöffnet und sein Inhalt fiel in die Kammer. #Das Experiment beginnt.# Informierte Morrison alle Mitarbeiter, die inzwischen ihre Plätze eingenommen hatten, über ein Mikro. Die Königskrabbe bewegte sich noch nicht. Ob sie den Transport und die Stasis überlebt hatte? Sie hatte. Ihre sechs Beine und der Schwanz begannen zu zucken. Langsam bewegte sie sich. Anscheinend musste sie sich erst orientieren. Wie gebannt sahen alle, durch diverse Monitoren, in die Kammer hinein. Fenster hatte man aus Sicherheitsgründen weggelassen. Plötzlich bewegte sich die Königskrabbe blitzschnell auf das ängstlich in die Ecke zurückgewichene Schwein zu. Über die Lautsprecher war ein furchtsames blöken zu hören. Dann war völlige Stille. Das alles war so schnell vor sich gegangen, das Morrison kaum etwas mitbekommen hatte. Aber jede Bewegung im inneren der Kammer wurde ja aufgezeichnet. Das Schwein lag bewegungslos am Boden. Ohne die Biosensoren konnte man meinen, das es vor Schreck gestorben war. Aber es lebte. Während im Hauptlabor jetzt fieberhafte Aktivität herrschte, zog Morrison sich in sein Büro zurück. Dort sah er sich die Aufzeichnung verlangsamt an. In der Zeitlupe konnte man jede Bewegung sehr deutlich studieren. Die Königskrabbe hatte sich mit ihren sechs Beinen in Richtung des Schweins gedreht und den Schwanz unter den Körper geschoben. Was dann passierte war selbst bei verlangsamter Wiedergabe kaum zu sehen. Die Königskrabbe schnellte wie vom Katapult geschossen auf ihr Opfer zu. Sie landete genau auf dem Rücken und krallte sich in den Körper des Schweins. Dann kletterte es blitzschnell zum Maul und verkrallte sich darüber. In den nächsten Stunden passierte nichts weiter in der Experimentalkammer. Unterdessen wurden in den jeweiligen Büros die eingegangenen Daten gesichtet. Die Königskrabbe war schneller gewesen als die Voranberechnungen dies erwarten ließen. Inzwischen wusste man auch, das die Königskrabbe ein Legerohr in das Maul des Schweins geschoben hatte. Irgend ein Ei oder ähnlicher Gegenstand wurde nun im Körper des Schweins gepflanzt. Auf den Infrarotmonitoren konnte man einen Schatten im Magen des Schweins sehen. Die Scannerdaten jedoch zeigten etwas später ein plastisches Bild des Embryos. Es verfügte über vier Gliedmaßen, einen langgestreckten Rumpf sowie einen gleich langen Schwanz. Es bewegte sich bereits leicht. #Die Königskrabbe ist abgefallen.# Schrie der Biologe los. #Schiebt sie in den Schleusenraum.# Mittels eines Manipulatorarmes wurde die tote Königskrabbe in den kleinen Schleusenraum geschoben. Bevor sie jedoch herausgenommen wurde überprüften diverse Scannerapparaturen ihre Lebensfunktionen. Sie war eindeutig Tod. #Nehmt sie heraus und bereitet den Stasisbehälter vor.# Indessen wachte das Schwein auf und begann schnuppernd und etwas verwirrt durch die Kammer zu laufen. Es schien keine Erinnerung an das Geschehen zu haben. Minuten später lief es wieder fröhlich quiekend durch die Kammer. Morrison sah nur hin und wieder in die Experimentalkammer. Mehr Interessierte ihn die Sezierung der Königskrabbe. Der Biologe schnitt gerade mit einem Laserskalpell den Bauch der Königskrabbe auf. Zischend floss ein Strom Säure in den Stasisbehälter hinab. Erst als nichts mehr tropfte, wurde die nun Flüssigkeitslose Königskrabbe auf einem Tisch weiter seziert. Ein blöken ließ sie jedoch alle in die Experimentalkammer blicken. Das Schwein stand in eine Ecke gedrängt und zitterte heftig. #Es kommt heraus. Alle auf ihre Posten.# Vor etwa 11 Stunden war die Einpflanzung erfolgt und schon jetzt schlüpfte das Alien hervor. Das ließ auf eine sehr schnelle Metamorphose schließen. In der gesamten Biologie gab es nichts vergleichbares. Der Bauch des Schweins bewegte sich von innen heraus. Gleichzeitig gab das Schwein ein angsterfülltes blöken von sich. Dann bohrte sich das Alien einen Weg durch die Bauchdecke und sah sich zum ersten mal in seinem Leben um. Morrison musste sich schütteln als ihm beim Anblick des Alien's ein frösteln über den Rücken lief. Hoffentlich hielt der Stahl. Die Wachen waren bereits seit Beginn des Experiments in Alarmbereitschaft versetzt worden. Auch wenn das Alien, aller Wahrscheinlichkeit zum trotz aus der Experimentierkammer entkommen sollte, so würde es nicht sehr weit kommen. Das Alien schoss regelrecht aus dem Körper des Schweins heraus und raste mit unwahrscheinlich hoher Geschwindigkeit durch die Kammer. Es schien überall zugleich zu sein. Dann stand es plötzlich völlig bewegungslos mitten in der Kammer. Unterdessen starb das Schwein in einer Lache aus herausgedrückten Gedärmen und Blut. Minutenlang beobachteten die Wissenschaftler das Alien. Aber es schien wie eingefroren zu sein. Morrison musste gähnen. In den nächsten Stunden würde nicht mehr viel geschehen. Zeit um eine runde Schlaf nachzuholen. * Acht Stunden später erschien er wieder in der Forschungsabteilung. In seinem Büro angekommen, sah er zuerst auf den Monitor. Die Experimentalkammer war leer! #Wo ist das Alien?# Schrie er überrascht aus. #Es steht im toten Winkel der Kammer.# Informierte ihn der gerade hereinkommende Biologe. #Es gibt keinen toten Winkel innerhalb der Kammer.# Widersprach Morrison ihm. #Jeder Bereich wird durch Zwei Kameras erfasst.# #Das stimmte auch.# Begann der Biologe zu berichten. #Zwei Stunden nach seinem Schlüpfen bewegte sich das bis dahin völlig bewegungslose Alien plötzlich. Es spie zweimal einen Säurestrahl aus und zerstörte damit zwei Kameras. Dann schnappte es sich das tote Schwein und schleifte es blitzschnell in den entstandenen toten Winkel.# Innerhalb weniger Minuten überprüfte Morrison diesen Sachverhalt. Der Biologe hatte nicht gelogen. Auf den Aufzeichnungsbändern konnte er den Ablauf genau verfolgen. Die Kameras registrierten das Alien nicht mehr. Nur die Scanner zeugten von seiner Anwesenheit. Als Morrison die Daten genauer betrachtete wusste er, das das Alien jetzt doppelt so groß wie vorher war. Es wuchs demnach sehr schnell. Um genaue Erkenntnisse über seinen Lebenszyklus zu bekommen mussten sie aber auch Bilder bekommen. #Schicken sie ein Schwein durch die Schleuse.# Befahl er. Dadurch sollte das Alien gezwungen werden in den Erfassungsbereich der verbliebenen Kameras zu treten. Auf dem Monitor verfolgte Morrison die Prozedur. Mittels des Schockstrahlers wurde ein Schwein in die Verbindungsschleuse getrieben. Als die Stahlwand hinter dem Schwein verankert war, öffnete sich die Stahlwand zur Experimentierkammer. Als sie völlig offen war wurde das Schwein durch einen elektrischen Schlag hinausgetrieben. Es war kaum aus der Schleuse heraus, als Morrison einen Schatten in die Schleusekammer hineinhuschen sah. #Das Alien ist in der Schleusenkammer.# Schrie der Biologe nervös auf. #Den elektrischen Impuls auf höchster Stufe.# Eigentlich hätte jetzt jedes Lebewesen die Schleusenkammer verlassen müssen. Die elektrische Ladung war so hoch, das ein Mensch regelrecht verschmort worden wäre. Aber das Alien blieb drin. Auf seinem Kontrollpult sah er dafür ein rotes Licht aufblinken. #Die Schleusenversiegelung bricht auf.# Schrie er durch das Mikro. #Das Alien bricht durch. Alarmstufe ROT.# Gleichzeitig schlug er auf den Entsprechenden Schalter. Überall im Gebäude war nun der Alarm zu hören. * Jamamoti sah Morrison mehrere Minuten lang wortlos an. Je länger diese Stille dauerte umso mehr wollte Morrison in den Boden versinken. Auf dem Gesicht des Konzernchefs lag eine Eiseskälte. #Wie ist es passiert?# Vernahm Morrison die kalte Stimme seines Gegenübers. #Das Alien brach durch die Verbindungsschleuse zur Nahrungskammer. Es geschah alles so schnell, das wir keine Zeit zu wirksamer Gegenwehr fanden.# Antwortete Morrison mit einem Anflug von Angst in der Stimme. #Es raste dann blitzschnell durch die Nahrungskammer und brach durch eine der Futterschleusen. Dann verloren wir es aus den Augen.# #Sie können gehen. Warten sie im Vorraum auf weitere Anweisungen.# Morrison machte sich leise und zitternd davon. Jamamoti schaltete die Sprechverbindung ein. #Bericht.# Sprach er leise und völlig ruhig in das Mikro. #Keine Spuren bisher. Setzen die Suche in allen Etagen fort.# Ertönte es aus dem Lautsprecher. #Das Gebäude ist abgeriegelt?# #Jawohl, Sir.# Gab die unbekannte Stimme durch. #Alle Informationen werden zurückgehalten.# #Gut.# Beendete Jamamoti das Gespräch. Der Zwischenfall im Forschungslabor ärgerte ihn nur wenig. Der Sicherheitsdienst würde das entwichene Alien schon bald eingefangen haben. Dann konnten die biologischen Waffen dieses Wesens weiter analysiert werden. Morrison allerdings war ein Sicherheitsrisiko. Alphatron konnte sich aber kein weiteres Sicherheitsrisiko leisten. Jamamoti leitete etwas entsprechendes in die Wege. Dann stand er auf und stellte sich an das riesige Fenster. Unter ihm erstreckte sich die Stadt Sydney mit ihren 5 Millionen Einwohnern. Rund eine Million davon arbeiteten bei Alphatron. Er korrigierte sich. Sie arbeiteten für ihn. ENDE |
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Geschrieben von Andreas Blome |